Hast du dich heute Morgen schon gestreckt? Dieses wohltuende Gefühl, wenn sich der ganze Körper einmal reckt und dehnt … herrlich. Aber warum machen wir das eigentlich?
Ich habe es nachgeschaut:
Körperlich bringt uns das Strecken vom Ruhe- in den Wachzustand.
Es fördert die Durchblutung und macht uns leistungsfähig.
Verspannungen lösen sich, Muskeln und Gelenke werden vorbereitet.
Und sogar der Geist wird wacher und energiegeladener.
All das funktioniert aber nur dann richtig, wenn wir auch wirklich gut geschlafen haben.
Ein Vergleich fürs Leben
Und genau hier setzt ein spannender Vergleich an:
Unser Körper braucht das morgendliche Strecken – und unsere Seele braucht das Ausstrecken nach Gott.
Der Prediger schreibt:
„In das Herz eines Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist.“ (Prediger 3,11 HfA)
So wie unser Körper sich nach dem Schlafen ganz automatisch strecken möchte, so hat Gott in unser Herz die Sehnsucht gelegt, nach ihm zu fragen, uns nach ihm auszustrecken.
Das Problem: Wir überhören dieses Bedürfnis oft. Wir sind abgelenkt, gestresst oder betäuben uns mit Dingen, die uns kurzfristig zufriedenstellen, aber auf Dauer leer zurücklassen.
Ausgeruht – auch im Glauben
Beim körperlichen Strecken gilt: Wenn wir völlig übermüdet sind, hilft auch das größte Gähnen und Dehnen wenig. Wir kommen einfach nicht in die Gänge.
Im Glauben ist es ähnlich: Wenn wir geistlich erschöpft, ausgelaugt oder überreizt sind, fällt uns das Ausstrecken nach Gott schwer. Wir brauchen Zeiten, in denen wir bei ihm zur Ruhe kommen – sozusagen eine geistliche „Nacht“, die uns erfrischt.
Jesus selbst lädt uns ein:
„Kommt her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt. Ich will euch Ruhe schenken“ (Matthäus 11,28).
Ein geistlicher Stretching-Moment
Vielleicht fühlst du dich gerade müde im Glauben.
Festgefahren.
Steif wie ein Muskel, der zu lange nicht bewegt wurde.
Dann ist es Zeit für ein geistliches Stretching.
Nimm dir eine Auszeit.
Werde still.
Suche Gottes Nähe – nicht mit Druck, sondern mit offenen Händen.
So wie das morgendliche Strecken den Körper aufweckt, so weckt das Ausstrecken nach Gott deine Seele. Du wirst spüren: Seine Ruhe macht dich frisch. Sein Friede erfüllt dich. Seine Liebe dehnt dein Herz.
Und du?
Wann hast du dich das letzte Mal so richtig nach Gott ausgestreckt?
Nicht nur nebenbei im Alltag, sondern bewusst?
Nicht gehetzt, sondern ausgeruht?
Es ist wie beim Dehnen: Am Anfang fühlt es sich vielleicht etwas ungewohnt oder sogar anstrengend an. Aber je öfter du es tust, desto beweglicher wirst du. Und dein Glaube wird lebendig, elastisch, frisch.
Gott hat die Sehnsucht danach schon in dich hineingelegt, als du geboren wurdest. Du musst sie nur wieder spüren – und dich nach ihm ausstrecken.
Es wird dir guttun!
Gebet: Vater im Himmel, danke, dass du die Sehnsucht nach dir in mein Herz gelegt hast.
Hilf mir, mich immer wieder nach dir auszustrecken. Schenke mir Ruhe in deiner Gegenwart, damit mein Glaube lebendig bleibt. Amen.
Sei gesegnet!
„Wenn du dich nicht nach Gott ausstreckst, wirst du dich nach irgendetwas anderem ausstrecken – und immer hungrig bleiben“ (unbekannt).